PORGY & ME

KATEGORIE: DVD, Fernsehfilm, Gesellschaft, Gleichbehandlung, Kinofilm, Kultur, Kunst, Musik, Oper, Selbstverwirklichung
STATUS: In Auswertung
Ein Film von Susanna Boehm

PORGY & ME

In der Welt von Gershwins PORGY AND BESS

PORGY & ME erzählt vom leidenschaftlichen Kampf schwarzer Künstler um Anerkennung, Selbstverwirklichung und Gleichbehandlung und vom Sieg des Lebenstraumes über alle Alltagsmühen, Rückschläge und Fußfesseln der eigenen Herkunft. 
Länge: 86 min.
| Filmformat: 35 mm, HD
| Aufnahmeformat: HD
Tonformat: Dolby Digital, DTS
| Bildformat: 16:9, 1:1.85
Mitwirkende

New York Harlem TheatreSM
Künstlerische und musikalische Leitung: William Barkhymer

Team

Ein Film von Susanna Boehm
Co-Regie: Julia Gechter
Kamera: Philipp Tornau
2. Kamera: Martin Baer
Ton: Andreas Prescher
Concert Recording Producer: Peter Hecker
Schnitt: George Cragg
Originalmusik: George Gershwin
Filmmusik: Bela Brauckmann, Gunter Papperitz
Herstellungsleitung: Marc Wächter
Creative Producer: Philipp Barnett
Produzenten: Thomas Grube, Uwe Dierks, Andrea Thilo

in Zusammenarbeit mit dem Norddeutschen Rundfunk (Studio Hamburg) und Arte
Redaktion: Ulrike Dotzer (NDR)

Förderung
MBB Medienboard Berlin-Brandenburg
FFA Filmförderungsanstalt
DFFF Deutscher FilmFörderFonds
Verleih
Piffl Medien (Deutschland)
Weltvertrieb
BOOMTOWNMEDIA INTERNATIONAL
Synopsis

"I’ve been Porgy for ten years now. The beggar in a black ghetto, fighting the drugs off, trying to keep the love of my life. I mean, this is the story of the opera and it’s set in 1918 – it’s not now! But sometimes it feels so real, when you’re doing it ... night after night... like a never ending journey!"
TERRY LEE COOK (PORGY)

Seit Jahrzehnten touren die afroamerikanischen Sängerinnen und Sänger des New York Harlem TheatreSMmit George Gershwins Oper „Porgy and Bess“ um die Welt. Abend für Abend begeistern sie ihr Publikum mit ihrer Stimme, Leidenschaft und Hingabe. Sie alle verbindet ein Traum: sie kämpfen um die Anerkennung in einer noch immer von Weißen geprägten Opernwelt.

Die Zugehörigkeit zum Ensemble von „Porgy and Bess“ ist für viele die Erfüllung eines Lebenstraums – und birgt zugleich die Gefahr eines goldenen Käfigs. Denn die Oper, die einer Verfügung der Komponisten gemäß nur von schwarzen Sängern aufgeführt werden darf, wird mehr und mehr zum festen Bestandteil ihres Lebens; der Absprung an andere Bühnen, in andere Rollen ist nicht leicht.

George und Ira Gershwin schrieben die Oper „Porgy and Bess“ vor 72 Jahren. Sie ist ein Meilenstein der Musikgeschichte: die einzige US-amerikanische Oper, die je zu Weltruhm gelangte, ist gleichzeitig auch die einzige Oper, die über den Umweg des Jazz und Blues ihren Weg in die Welt der populären Musik gemacht hat. Geschrieben in Zeiten tiefster Rassentrennung, ist sie durchaus nicht frei von Klischees. Der Kern der Geschichte aber, das leidenschaftliche Bemühen um Selbstverwirklichung, durchdringt bis heute auch das wirkliche Leben des schwarzen Sängerensembles abseits der Bühne.

Mit der Darstellung einer von Drogen, Gewalt und Aberglauben geprägten Gesellschaft des schwarzen Amerikas trifft die Oper einen wunden Punkt im heutigen Selbstverständnis vieler Schwarzer. Es zeigt sich, wie sehr die Welt von „Porgy and Bess“ den Biografien der Protagonisten entspricht und wie eng ihre eigenen Lebensgeschichten mit denen ihrer Bühnenfiguren im Südstaaten-Ghetto verbunden sind.Viele sind in großer Armut aufgewachsen – ohne Väter, umgeben von Drogen und Kriminalität, manche von ihnen sogar noch in Zeiten der Rassentrennung.

Die Filmemacherin Susanna Boehm, seit vielen Jahren dem Ensemble durch persönliche Beziehungen verbunden, hat das New York Harlem TheatreSMauf Tournee begleitet. In sensiblen Beobachtungen des Tourneealltags quer durch die europäische Provinz, in den Reflexionen über die einzelnen Biografien, Niederlagen und Träume und nicht zuletzt in den mitreißend gefilmten Aufführungen von „Porgy and Bess“ entsteht das bewegende und höchst unterhaltsame Porträt eines Ensembles, das mehr ist als eine Zweckgemeinschaft: Eine Wahlfamilie mit einzigartigen, charismatischen, lebensmutigen Persönlichkeiten.

Die afroamerikanische Herkunft – verkörpert in der Lebenserfahrung mehrerer Generationen – ist Ursprung und Kristallisationspunkt eines ganz besonderen Zusammenhalts und Selbstbewusstseins – und nicht zuletzt eines eigenen, äußerst widerständigen Humors. Der Traum, die Welt der Oper auch jenseits von „Porgy and Bess“ zu erobern, ist dabei höchst lebendig. Am Ende der Oper verlässt der verkrüppelte Bettler Porgy die vertraute Gemeinschaft, um entgegen aller Ratschläge nach New York aufzubrechen und Bess, seine verlorene Liebe, wiederzufinden. Ein waghalsiger Versuch mit unsicherem Ausgang – und gleichzeitig eine große Stärke der Oper: „There is the idea of hope that this man with no legs will get there“, formuliert einer der Protagonisten. „It‘s the history that has turned us into survivors.“

"For the African-American community, that path means embracing the burdens of our past without becoming victims of our past. It means continuing to insist on a full measure of justice in every aspect of American life… And it means taking full responsibility for our own lives… they must always believe that they can write their own destiny."
BARACK OBAMA (Obama’s Speech on Race)

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