JÜDISCHES MUSEUM BERLIN

KATEGORIE: Bildung, DVD, Gesellschaft, Kultur, Kunst, Thomas Grube
STATUS: In Auswertung
Ein Film von Thomas Grube und Uwe Dierks

JÜDISCHES MUSEUM BERLIN

Ein Haus für Deutsch-Jüdische Geschichte

Das Jüdische Museum Berlin, einer der spektakulärsten Museumsbauten Deutschlands, zog bereits vor der Eröffnung im Herbst 2001 über 350.000 Besucher in das damals noch leere Museum. Dieser Film spürt der Seele der einzigartigen Architektur nach.
Länge: 28 min.
| Aufnahmeformat: Digital Beta
Tonformat: Stereo
| Bildformat: 16:9, 4:3 letterbox
Team

Buch: Thomas Grube, Uwe Dierks
Regie: Thomas Grube
Mitarbeit: Andrea Thilo
Kamera: René Dame                      
Schnitt: Martin Hoffmann
Musik: Karim Sebastian Elias

Produzenten: Andrea Thilo, Thomas Grube, Uwe Dierks
in Koproduktion mit dem Jüdischen Museum Berlin

Weltvertrieb
BOOMTOWNMEDIA INTERNATIONAL
Synopsis

JÜDISCHES MUSEUM BERLIN
Ein Haus für Deutsch-Jüdische Geschichte

"Der offizielle Name lautet 'Jüdisches Museum', aber ich habe es 'Between the Lines' (Zwischen den Linien) genannt, weil es sich für mich dabei um zwei Linien, zwei Strömungen des Denkens, der Organisation und Beziehungen handelt."

Daniel Libeskind, Architekt

Die unbehandelte, mit Titanium versetzte Zinkfassade lässt von außen kaum Rückschlüsse auf das Innere des Hauses zu. Weder Etagen noch Raumaufteilung sind für den Betrachter erkennbar. Im Entwurfsprozess recherchierte Daniel Libeskind die Namen und Adressen berühmter Berliner Juden. Indem er diese Punkte mit Wohnorten von nichtjüdischen Berlinern verband, schuf Libeskind ein, wie er sagt, "ziemlich irrationales" Liniensystem, aus dem auch das Fensterschema des Neubaus entstand.

Die erste Linie ist zickzackähnlich gewunden. Die zweite gerade Linie durchstößt das gesamte Gebäude. Die Schnittstellen beider Linien bilden vertikale Leerräume - 'Voids' -, die das Gebäude vom Erdgeschoss bis unter das Dach gliedern. Beide Linien setzten sich nach Libeskind im Berliner Stadtraum imaginär unendlich fort.

Ein Wegesystem aus drei Achsen steht symbolisch für drei Wirklichkeiten der Geschichte der jüdischen Deutschen. Alle drei unterirdischen Achsen kreuzen sich. So sind die drei Wirklichkeiten miteinander verbunden, die jüdisches Leben in Deutschland charakterisieren.

Die erste und längste Achse ist die 'Achse der Kontinuität'. Eine zweite Achse, die 'Achse der Emigration', führt nach draußen ans Licht, in den Garten des Exils und der Emigration. Der Garten des Exils und der Emigration "steht für den Versuch, den Besucher vollständig zu desorientieren, für einen Schiffbruch der Geschichte" (Daniel Libeskind). Die dritte Achse, die 'Achse des Holocaust', ist eine Sackgasse. Sie wird immer schmaler und dunkler. Diese Achse führt zum Holocaust-Turm - einem Gedenkraum, der mit seiner Nacktheit, Stille und Leere an die vielen jüdischen Opfer des Massenmordes erinnert.

Die Leerräume des Museums zeigen das durch die Vernichtung des jüdischen Lebens in Europa nicht mehr Darstellbare, das Verlorene. Sie machen den Verlust sicht- und fühlbar.

Der Film ist im 'Jüdischen Museum Berlin', aber auch im 'Sir John Sloans Museum' in London und im 'Schönberg Zentrum' in Wien zu sehen.