KARL WESCHKE

KATEGORIE: Fernsehfilm, Kultur, Kunst, Portrait, Thomas Grube
STATUS: In Auswertung
Ein Film von Thomas Grube

KARL WESCHKE

Mythos eines Lebens

In Gera als Sohn einer Hure geboren, träumt das Straßenkind Karl Weschke davon, ein Held zu werden. Die Kriegsgefangenschaft brachte ihn als jungen Mann nach England, wo er heute als bekannter und hoch geschätzter Maler in der Tate Gallery vertreten wird. In Deutschland kennt ihn – bedauerlicherweise – fast niemand...
Länge: 48 min.
| Aufnahmeformat: Digital Beta
Tonformat: Stereo
| Bildformat: 16:9, 4:3 letterbox
Mitwirkende

Karl Weschke, Petronilla Silver-Weschke, Jeremy Lewison

Team

Buch: Andrea Thilo, Thomas Grube         
Regie: Thomas Grube
Kamera: René Dame
Ton: Michael Laube
Schnitt: Sarah Schilde
Filmmusik: Karim Sebastian Elias

Produzenten: Andrea Thilo, Thomas Grube, Uwe Dierks
Auftraggebender Sender: NDR Norddeutscher Rundfunk/ Arte (Thomas Schreiber)

Weltvertrieb
BOOMTOWNMEDIA INTERNATIONAL (ohne TV)
Norddeutscher Rundfunk NDR (TV)
Synopsis

KARL WESCHKE
Mythos eines Lebens

Obwohl Karl Weschke einer der bedeutensten deutschen Maler unserer Zeit ist – allein acht seiner Bilder hängen in der Londoner Tate Gallery und in der Whitechapel Art Gallery – kennt ihn in seiner Heimat Deutschland kaum jemand.

Als „Hass-Liebe“ könnte man das Verhältnis zwischen Karl Weschke und  seinem Heimatland bezeichnen. Hier, im thüringischen Gera, verbringt er seine Kindheit, geprägt von Schmutz, Armut und der Einsamkeit eines Kindes, dessen Mutter sich als Hure verdingt.

Für seine Heimat Deutschland will er als junger Mann noch leidenschaftlich in den Krieg ziehen, gerät stattdessen jedoch in englische Kriegsgefangenschaft. In dieser Zeit löst sich Weschke mit Hilfe von Farbe und Pinsel von der geistigen Umklammerung Nazideutschlands. Deutschland wird zur düsteren, quälenden Erinnerung.

Und doch bestimmen wohl gerade diese Erinnerungen Karl Weschkes Schaffen. Immer, so sagt er, sei auch „Das Dunkle“ in seinen Bildern. Das Dunkle in der Seele eines jeden Menschen will er zeigen, nicht, weil er als Opfer nach Wiedergutmachung sucht, sondern weil er malt, was er sieht.

Gemalt hat Karl Weschke schon immer, schon in der Trostlosigkeit seiner frühen Kinderjahre in Gera. Seine Gabe ist für ihn keine Berufung. „Ein Maler ist einfach ein Maler, wie ein Tier ein Tier ist“, sagt Weschke. Das Malen ist Ausdrucksform und MIttel, gegen die Widrigkeiten des Lebens anzugehen.

Das Lichtbild seiner Jugend, der Traum, der ihn am Leben hält, war immer Ägypten. Diesen Kindertraum hat Karl Weschke nie vergessen – viele Jahre später reist er tatsächlich nach Ägypten und versöhnt sich dort mit den Widersprüchen des Lebens und mit seiner Biografie.

Erst im altem Ägypten kann Karl Weschke im Alter von 75 Jahren mit seiner Vergangenheit abschliessen und seinen inneren Frieden finden. So schließt sich in „Karl Weschke – ein deutscher Maler in Cornwall“ der Kreis.

Karl Weschke stirbt am 20.Februar 2005 in seiner Wahlheimat Cornwall.