KARL WESCHKE
KARL WESCHKE
Mythos eines Lebens
Karl Weschke, Petronilla Silver-Weschke, Jeremy Lewison
Buch: Andrea Thilo, Thomas Grube
Regie: Thomas Grube
Kamera: René Dame
Ton: Michael Laube
Schnitt: Sarah Schilde
Filmmusik: Karim Sebastian Elias
Produzenten: Andrea Thilo, Thomas Grube, Uwe Dierks
Auftraggebender Sender: NDR Norddeutscher Rundfunk/ Arte (Thomas Schreiber)
BOOMTOWNMEDIA INTERNATIONAL (ohne TV)
Norddeutscher Rundfunk NDR (TV)
KARL WESCHKE
Mythos eines Lebens
Obwohl Karl Weschke einer der bedeutensten deutschen Maler unserer Zeit ist – allein acht seiner Bilder hängen in der Londoner Tate Gallery und in der Whitechapel Art Gallery – kennt ihn in seiner Heimat Deutschland kaum jemand.
Als „Hass-Liebe“ könnte man das Verhältnis zwischen Karl Weschke und seinem Heimatland bezeichnen. Hier, im thüringischen Gera, verbringt er seine Kindheit, geprägt von Schmutz, Armut und der Einsamkeit eines Kindes, dessen Mutter sich als Hure verdingt.
Für seine Heimat Deutschland will er als junger Mann noch leidenschaftlich in den Krieg ziehen, gerät stattdessen jedoch in englische Kriegsgefangenschaft. In dieser Zeit löst sich Weschke mit Hilfe von Farbe und Pinsel von der geistigen Umklammerung Nazideutschlands. Deutschland wird zur düsteren, quälenden Erinnerung.
Und doch bestimmen wohl gerade diese Erinnerungen Karl Weschkes Schaffen. Immer, so sagt er, sei auch „Das Dunkle“ in seinen Bildern. Das Dunkle in der Seele eines jeden Menschen will er zeigen, nicht, weil er als Opfer nach Wiedergutmachung sucht, sondern weil er malt, was er sieht.
Gemalt hat Karl Weschke schon immer, schon in der Trostlosigkeit seiner frühen Kinderjahre in Gera. Seine Gabe ist für ihn keine Berufung. „Ein Maler ist einfach ein Maler, wie ein Tier ein Tier ist“, sagt Weschke. Das Malen ist Ausdrucksform und MIttel, gegen die Widrigkeiten des Lebens anzugehen.
Das Lichtbild seiner Jugend, der Traum, der ihn am Leben hält, war immer Ägypten. Diesen Kindertraum hat Karl Weschke nie vergessen – viele Jahre später reist er tatsächlich nach Ägypten und versöhnt sich dort mit den Widersprüchen des Lebens und mit seiner Biografie.
Erst im altem Ägypten kann Karl Weschke im Alter von 75 Jahren mit seiner Vergangenheit abschliessen und seinen inneren Frieden finden. So schließt sich in „Karl Weschke – ein deutscher Maler in Cornwall“ der Kreis.
Karl Weschke stirbt am 20.Februar 2005 in seiner Wahlheimat Cornwall.


