Menschen Hautnah - Drei Wollen Siegen

KATEGORIE: Fernsehfilm, Gesellschaft, Gleichbehandlung, Jugend, Portrait, Selbstverwirklichung
STATUS: In Auswertung
Ein Film von Nicole Volpert

Menschen Hautnah - Drei Wollen Siegen

Flame of Hope (Internationaler Titel)

Leistungsorientierter Sport und geistige Behinderung – das passt für die wenigsten zusammen. Robert Herberg, Stefanie Hannusch und Sören Garich leben mit unterschiedlichen geistigen Einschränkungen. Doch sie haben ein Ziel, und das ist zu siegen – im Sport wie im Leben.
Länge: 45 min.
| Filmformat: HD
| Aufnahmeformat: HD
Tonformat: Stereo
| Bildformat: 1:1.75
Mitwirkende

Sören
Stefanie
und Robert

Team

Ein Film von NICOLE VOLPERT
Kamera ALEXANDRA CZOK und FARIBA NILCHIAN
Ton ZORA BUTZKE und SVEN KLÖPPER
Schnitt THOMAS GRUBE
Producerin JULIA GECHTER
Produzent UWE DIERKS

Redaktion ULRIKE SCHWEITZER
Eine Produktion von BOOMTOWN MEDIA
im Auftrag des WDR

Synopsis

Robert Herberg, Stefanie Hannusch und Sören Garich leben mit unterschiedlichen geistigen Einschränkungen. Zahlen und räumliche Orientierung sind große Herausforderungen, mangelndes Zeitgefühl und Stresssituationen im Alltag ein Problem. Gerade im Sport aber, wo all das gebraucht wird, können sie trumpfen. Sie trainieren mehrmals die Woche, und die Erfolgserlebnisse, die sie hier haben, tragen sie in ihr von Abhängigkeiten geprägtes Leben. Nun stehen die „Special Olympics“ in Bremen bevor, die Olympischen Spiele für Menschen mit geistiger Behinderung – und damit die Chance, sich Anerkennung mit einer Goldmedaille zu erkämpfen. Robert, Stefanie und Sören haben ein Ziel, und das ist zu siegen – im Sport wie im Leben.

Robert ist Dreiradfahrer, und der Sport ist sein Ein und Alles. Durch eine OP in frühester Kindheit hat er eine Hirnschädigung erlitten und war lange an einen Rollstuhl gebunden. Unter großem Kraftaufwand lernte er schließlich doch noch das Laufen. Aber alleine zur Arbeit oder mal mit Freunden ins Kino gehen – das wird wohl ein Traum bleiben; Robert lebt mit 28 Jahren noch bei seinen Eltern. Umso erstaunlicher, wenn man sieht, wie er sich auf seinem Dreirad in hohem Tempo in die Kurven legt. Robert will unbedingt ganz oben auf dem Siegertreppchen stehen, denn nur dort, sagt er, schaut die Welt einmal auf ihn.

Der Grund für Sörens Andersartigkeit blieb lange unerkannt. Erst mit der Pubertät wurde klar, dass etwas „unveränderlich nicht stimmte“, sagt seine Mutter. Sören leidet unter einem genetischen Defekt, das Fragile-X-Syndrom. Heute ist er 31 und lebt in einer betreuten Wohngemeinschaft. Seit vielen Jahren voltigiert er leidenschaftlich – und dabei ist das Reiten für ihn mehr als eine rein sportliche Aktivität. Die Nähe zum Pferd verleiht ihm die Ruhe, die er gerade jetzt braucht, denn vor kurzem hat sich Sören als schwul geoutet. Bei der Arbeit in der Waschmaschinen-Montage „unter Männern“ kam es deshalb zu Sticheleien. Sören steht jedoch nicht nur zu seinen Gefühlen, er wird jetzt aktiv und holt sich Unterstützung von der Partnervermittlung der „Lebenshilfe“. Sören sucht einen Freund und nach langer Suche vermittelt die Partnervermittlerin tatsächlich ein Blind-date.

Stefanie ist erst 21, aber ihr größter Wunsch ist die Unabhängigkeit. Tagsüber arbeitet sie als Zimmermädchen in einem von der Diakonie betriebenen Hotel, an drei Abenden in der Woche geht sie zum Schwimmtraining. Stefanie möchte nun endlich zu Hause bei ihren Eltern ausziehen und alleine leben. Das ist eine große Herausforderung, auch für die Eltern. Dass Selbständigkeit für sie problematisch sein könnte, akzeptiert sie nur schwer. Früher hat sich Stefanie gewünscht, man könne ihre geistige Behinderung, die sie aufgrund eines Sauerstoffmangels während der Geburt hat, einfach wegoperieren. Jetzt beginnt sie, ihre tatsächlichen Möglichkeiten zu ertasten: sie wird mit ihrer Schwimmstaffel bei den Special Olympics antreten und macht sich mit ihrer Helferin auf die nicht ganz einfache Suche nach einer eigenen Wohnung.